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Sonstiges: Pflichtenheft / Softwareentwicklung

rob (57)

rob

12.08.2002 00:42

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Pflichtenheft / Softwareentwicklung

Dienstag, 08. April 2003 14:34

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Das Pflichtenheft dient als Grundlage für alle folgenden Phasen der Software-Entwicklung. Aufbauend auf das Pflichtenheft wird der Entwurf erstellt und implementiert. Aus dem Pflichtenheft können Testfälle für den Abnahmetest abgeleitet werden. Es dient als Grundlage für das Benutzungshandbuch. Auch für die Wartung, Erweiterung oder Reimplementierung eines Zielsystems ist ein Pflichtenheft nützlich.

Inhalt eines Pflichtenheftes:

  • 1.Zieldefinition mit den Unterpunkten Musskriterien, Wunschkriterien (spätere Erweiterungen) und Abgrenzungskriterien (was soll das Produkt nicht leisten) - jeweils eine kurze Beschreibung
  • 2.Produkteinsatz mit den Unterpunkten Anwendungsbereiche, Zielgruppen und Betriebsbedingungen - jeweils eine kurze Beschreibung
  • 3.Produkt-Umgebung mit den Unterpunkten Software, Hardware, Orgware und Produktschnittstellen - Beschreibung der Anforderungen beim Einsatz des fertigen Produktes
  • 4.Produktfunktionen mit den entsprechenden Bereichen als Unterpunkte, die einzelnen Funktionen werden dann als /Fxx/ aufgelistet (z.B. /F20/ ...Beschreibung der Funktion...) - um Änderungen eintragen zu können, sollte in 10er Schritten durchnummeriert werden.
  • 5.Benutzeroberfläche (falls vorhanden)
  • 6.Qualitäts - Zielbestimmungen mit einer Tabelle, in der die Punkte Funktionalität, Zuverlässigkeit, Benutzbarkeit, Effizienz, Änderbarkeit, Übertragbarkeit ... bewertet werden (sehr gut, gut, normal, nicht relevant). und auch mit weiteren Maßnahmen zur Qualitätssicherung (z.B. Richtlinien, Softwareinsatz ...)
  • 7.Globale Testszenarien / Testfälle hier werden die einzelnen Testfälle (in der gleichen Art wie die Funktionen) aufgelistet, mit der Kennzeichnung /Txx/ (z.B. /T20/...Beschreibung des Tests...)
  • 8.Entwicklumgsumgebung mit den Unterpunkten Software und Hardware durch eine einfache Aufzählung der verwendeten Software und Hardware

Eigenschaften eines guten Pflichtenhefts

korrekt: Die Korrektheit ist hoch, wenn die enthaltenen Informationen die Probleme und Wünsche jeweils mindestens eines Kunden beschreiben.

relevant: Die Relevanz ist hoch, wenn die enthaltenen Informationen sinnvoll zur Beschreibung oder Lösung der Probleme beitragen.

vollständig: Die Vollständigkeit ist hoch, wenn alle Anforderungen der Kunden und alle für die Kunden relevanten Funktionen, Qualitäten und sonstigen Eigenschaften des Zielsystems beschrieben werden.

konsistent: Die Konsistenz ist hoch, wenn die enthaltenen Informationen keine Widersprüche aufweisen.

extern konsistent: Die externe Konsistenz ist hoch, wenn die enthaltenen Informationen keine Widersprüche zu vorhandenen Projektdokumenten oder sonstigen für das Projekt relevanten Dokumenten aufweisen.

adäquat: Die Adäquatheit ist hoch, wenn die Probleme und Wünsche aus Sicht der Kunden und bezogen auf die Problemstellung angemessen beschrieben werden.

realisierbar: Das Pflichtenheft ist realisierbar, wenn es eine Implementierung gibt, die alle enthaltenen Anforderungen gleichzeitig erfüllt.

nicht redundant: Die Redundanz ist niedrig, wenn wenige Sachverhalte an mehr als einer Stelle beschrieben werden. eindeutig: Die Eindeutigkeit ist hoch, wenn die Anforderungen so formuliert sind, daß sie für alle zu erwartenden Leser die gleiche Bedeutung haben.

überprüfbar: Die Überprüfbarkeit ist hoch, wenn die Anforderungen so formuliert sind, daß kosteneffektiv und mit vertretbarem Aufwand geprüft werden kann, ob das Zielsystem die Anforderungen erfüllt.

präzise: Die Präzision ist hoch, wenn die Anforderungen keine ungenauen Aussagen enthalten und wenn, soweit möglich, numerische Werte verwendet werden.

verständlich: Die Verständlichkeit ist hoch, wenn die Anforderungen so geschrieben sind, daß die zu erwartenden Leser ihre Bedeutung leicht erfassen können.

annotiert: Die Annotiertheit ist hoch, wenn der Leser leicht herausfinden kann, welche Anforderungen am wichtigsten für die Kunden sind, welche Anforderungen sich am wahrscheinlichsten ändern werden und welche Anforderungen in welcher Produktversion erfüllt werden müssen.

entwurfsunabhängig: Die Entwurfsunabhängigkeit ist hoch, wenn das Pflichtenheft wenige Entwurfs- und Implementierungsvorgaben enthält.

vorwärtsgerichtet nachvollziehbar: Die vorwärtsgerichtete Nachvollziehbarkeit ist hoch, wenn die Anforderungen eindeutig gekennzeichnet sind, so daß von anderen Dokumenten aus auf sie Bezug genommen werden kann.

rückwärtsgerichtet nachvollziehbar: Die rückwärtsgerichtete Nachvollziehbarkeit ist hoch, wenn zu den Anforderungen die Ursprünge ersichtlich sind.

verwendbar während Einsatz und Wartung: Die Verwendbarkeit ist hoch, wenn das Pflichtenheft so beschaffen ist, daß es nicht nur während der Entwicklungsphase gebraucht werden kann, sondern auch später, wenn das Zielsystem eingesetzt wird oder Änderungen am Zielsystem vorgenommen werden.

änderbar: Die Änderbarkeit ist hoch, wenn Stil und Struktur des Pflichtenhefts so sind, daß Änderungen einfach, vollständig und konsistent durchgeführt werden können.

strukturiert: Die Strukturiertheit ist hoch, wenn das Pflichtenheft so aufgebaut ist, daß der logische Zusammenhang zwischen zusammengehörenden Teilen klar erkennbar ist und daß einzelne Informationen leicht gefunden werden können. Es sollte also zumindest ein Inhaltsverzeichnis und einen Index enthalten.

querverwiesen: Die Querverwiesenheit ist hoch, wenn Querverweise zwischen zusammengehörenden Informationen enthalten sind, insbesondere zwischen redundanten oder sich ergänzenden Informationen und zwischen abstrakteren und detaillierteren Beschreibungen der gleichen Information.

elektronisch gespeichert: Das Pflichtenheft ist elektronisch gespeichert, wenn alle Teile in rechnerlesbarer Form vorliegen.

ausführbar: Das Pflichtenheft ist ausführbar, wenn es ein Software-Werkzeug gibt, das das Pflichtenheft als Eingabe akzeptiert und dynamisch das Verhalten des Zielsystems simulieren kann.

wiederverwendbar: Die Wiederverwendbarkeit ist hoch, wenn die enthaltenen Abschnitte so formuliert sind, daß sie leicht an andere Gegebenheiten angepaßt werden können.

knapp: Die Knappheit ist hoch, wenn das Pflichtenheft keine unnötigen oder kürzer formulierbaren Informationen enthält.

Da sich die Eigenschaften zum Teil widersprechen, können in der Regel nicht alle gleichzeitig erfüllt werden.

Zuletzt editiert:Dienstag, 17. Februar 2004 18:41
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